Schnell noch Konzertkarten für den Wochenendausflug kaufen, ein Upgrade für eine Sitzplatzkategorie durchführen oder ein Kundenkonto anlegen. Nichts davon klingt im ersten Moment nach einer Hürde, aber in einer digitalen Welt, in der 75% der Websites potenzielle Käufer verlieren, weil diese die Seiten nicht navigieren können, spielt Inklusion eine immer höhere Rolle. Barrierefreiheit ist nun keine Wertesache mehr – sie wird gesetzliche Pflicht. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) tritt ab dem 28. Juni 2025 eine neue Ära der digitalen Inklusion in Kraft: Online-Ticketshops müssen dann für alle Nutzer barrierefrei nutzbar sein. Für Veranstalter bedeutet das: Jetzt handeln, statt später teuer nachbessern. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Du Deinen Ticketshop barrierefrei gestalten kannst – mit klaren Maßnahmen, kostenfreien Tools und sofort umsetzbaren Tipps. So sicherst Du Dir nicht nur rechtliche Konformität, sondern auch eine stärkere Kundenbindung und neue Zielgruppen.
Interessiert an einer inklusiven Ticketing Lösung?
Im Gespräch mit unseren Eventexperten erfährst Du wie ein Online Ticketshop Deine Bestrebungen hinsichtlich Barrierefreiheit voranbringen.
Kleiner Disclaimer bevor es losgeht:
Dieser Beitrag erhebt nicht den Anspruch einer rechtlichen Beratung o.ä. Leistungen. Konkrete Umsetzungsrichtlinien und / oder Änderungen durch die BFSG solltest Du in jedem Fall mit dem Rechtsbeistand Deines Vertrauens abklären.
Was Barrierefreiheit im digitalen Raum bedeutet – und warum sie für Veranstalter entscheidend ist
Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen unabhängig von körperlichen, geistigen oder sensorischen Einschränkungen gleichberechtigten Zugang zu Produkten, Dienstleistungen und Informationen erhalten – insbesondere im digitalen Raum. Wer seinen Ticketshop möglichst barrierearm gestalten möchte, stellt sicher, dass alle potenziellen Besucher Tickets ohne Hürden kaufen können.
Rund 10 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Beeinträchtigung– das ist ungefähr jeder achte Bürger (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2020). Hinzu kommen Millionen ältere Menschen, deren visuelle Wahrnehmungsfähigkeiten mit zunehmendem Alter nachlassen. Auch Menschen mit temporären Einschränkungen oder Nutzer mit langsamen Internetverbindungen oder veralteten Geräten ringen mit digitalen Inhalten, die hinsichtlich Design und Funktion unzureichend an diese Nutzergruppen angepasst sind. Als Teil der Usability oder User Experience einer Online-Seite betrifft digitale Barrierefreiheit also eine vielfältige Nutzergruppe – weit über die oft genannte Zielgruppe von Menschen mit Behinderung hinaus.
Die Inklusion ist nicht nur eine soziale Verantwortung, sondern auch eine geschäftliche Notwendigkeit. Eine Studie von Click-Away Pound (Quelle: UK, 2019) zeigt außerdem: 69 % der Nutzer:innen mit Behinderungen verlassen Websites, die nicht barrierefrei sind, wodurch Dir ein hohes Umsatzpotenzial entgeht. Veranstalter, die ihren Ticketshop barrierefrei gestalten, profitieren somit von der Erschließung neuer Zielgruppen, Steigerung der Conversion-Rate und gleichzeitiger Stärkung des eigenen Images als inklusives, modernes Unternehmen.
Hinzu kommt, dass mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) Barrierefreiheit ab Juni 2025 für viele digitale Dienstleistungen wie Online-Ticketshops zur Pflicht wird. Wer frühzeitig handelt, verschafft sich Rechtssicherheit und vermeidet Abmahnungen oder Bußgelder. Mehr noch: Ein barrierefreier Ticketshop reduziert Supportanfragen, weil Prozesse für alle Nutzer intuitiver und reibungsloser funktionieren.
BFSG und WCAG – Was Veranstalter jetzt wissen und umsetzen sollten
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet Unternehmen, ab dem 28. Juni 2025 digitale Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zugänglich zu machen – darunter auch Online-Ticketshops. Veranstalter in der Eventbranche stehen somit vor der Aufgabe, ihre Webseiten entsprechend anzupassen, um gesetzeskonform und zukunftssicher zu agieren. Online-Ticketshops müssen so gestaltet sein, dass sie von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen problemlos bedient werden können.
Diese Anforderungen basieren auf der internationalen Norm WCAG (Web Content Accessibility Guidelines), die den gesetzlichen Rahmen des BFSG konkretisieren. Wer WCAG-konform handelt, bietet seinen Kunden eine durchgängig barrierefreie Nutzererfahrung und erfüllt somit die vier Grundprinzipien: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust.
Konkrete Anforderungen umfassen dabei:
- Kontrastreiche Gestaltung: Texte und Bedienelemente müssen gut lesbar sein – auch bei eingeschränktem Sehvermögen.
- Skalierbare Schriftgrößen: Inhalte müssen ohne Qualitätsverlust vergrößert werden können.
- Alternative Texte für Bilder und Grafiken: Screenreader müssen alle Inhalte verständlich wiedergeben können.
- Tastaturbedienbarkeit: Die Navigation durch den Shop muss vollständig ohne Maus möglich sein.
- Konsistente Struktur: Klare Navigationswege und logische Seitenaufbauten erleichtern die Nutzung für alle.
- Fehlermeldungen und Hinweise: Formulare (z. B. beim Checkout) müssen verständlich und fehlervermeidend gestaltet sein.
Öffentliche Stellen (z. B. kommunale Veranstalter) müssen darüber hinaus eine Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen. Hier gilt bereits jetzt die Verpflichtung nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und den BITV 2.0. Auf Websites und mobilen Anwendungen muss Auskunft gegeben werden über den Stand der Barrierefreiheit der Website oder App und ggf. bestehende Mängel, Kontaktmöglichkeiten zur Meldung von Barrieren sowie Informationen zum Durchsetzungsverfahren.
Auch wenn für private Veranstalter keine explizite Pflicht zur Barrierefreiheitserklärung im BFSG verankert ist, wird sie dringend empfohlen – als Transparenzsignal, zur Risikominimierung und um Verbraucherschutzanforderungen zu erfüllen. Zudem kann eine solche Erklärung rechtlich hilfreich sein, falls Barrieren beanstandet werden.
Ticketshop barrierefrei gestalten – Diese Tipps bringen Dich jetzt auf BFSG-Kurs
Wer seinen Ticketshop barrierefrei gestalten möchte, sollte jetzt aktiv werden. Der erste Schritt: Status quo analysieren. Prüfe Deine Website und Deinen Ticketshop auf Barrieren – von der Navigation über die Darstellung bis zum Checkout-Prozess.
1. Barrieren erkennen
Folgende kostenfreie Tools können Dir schnell und zuverlässig erste Hinweise geben:
- WAVE Web Accessibility Evaluation Tool: Browser-Erweiterung zur Prüfung von Kontrast, Alternativtexten und Struktur.
- axe DevTools: Plugin für Chrome/Firefox, erkennt Barrieren direkt beim Surfen.
- Google Lighthouse: Bewertet Barrierefreiheit als Teil der Website-Performance.
- BITV-Test Selbstbewertung: Orientierung an deutschen Standards, inklusive konkreter Prüffragen.
2. Kontraste optimieren
Ein entscheidender und leicht zu behebender Faktor für die Barrierefreiheit von Webseiten ist der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Er ist besonders wichtig, da sie für Menschen mit Sehschwächen notwendig sind, um Inhalte wahrzunehmen. Die WCAG fordert beispielsweise ein Mindestkontrastverhältnis von 4,5:1 für normalen Text. Mit Plugins wie Colorblindly kannst Du verschiedene Arten von Farbenblindheit simulieren, um Deinen Ticketshop durch die Augen Deiner visuell eingeschränkten Kunden zu sehen. Desktop-Tools wie Color Contrast Analyzer geben Dir direktes Feedback zur Erfüllung der WCAG-Anforderungen von Texten, Buttons und Grafiken.
3. Maßnahmen umsetzen
Mit diesen fünf Empfehlungen für einen barrierefreien Ticketshop stellst Du außerdem sicher, dass Dein Online-Shop noch zugänglicher für Kunden mit Beeinträchtigungen wird:
1. Achte auf Tastaturbedienbarkeit
Prüfe händisch oder mit Screenreader wie Google Talkback, dass Dein Shop nur mit der Tastatur bedienbar ist. Der Tastatur-Fokus ist zusätzlich wichtig, um nachvollziehen zu können, auf welchem Element man sich befindet.
2. Große Buttons für die mobile Nutzung
Auf mobilen Geräten fällt der präzise Mauszeiger weg. Schaltflächen sollten auch für Smartphone und Tablet groß genug gestaltet sein, um per Touch bedient zu werden.
3. Beschreibe Deine Website- und Eventbilder
Blinde Menschen benötigen eine Verschriftlichung grafischer und bildlicher Elemente. Sogenannte Alternativtexte können meistens im Content-Management-System für die Website mit hinterlegt werden.
4. Verständlich und klar Kommunizieren
Einfache Sprache stellt sicher, dass auch kompliziertere Vorgänge verständlich werden. Benutze kurze Sätze, einfachen Satzbau und verzichte auf Fremdwörter sowie auf Abkürzungen.
5. Barrierefreie Formulare
Nicht nur die Gestaltung, auch Funktionen sollten inklusiv gedacht werden. Ein Kontaktformular sollte für alle Nutzergruppen zugänglich und verständlich sein. Dafür muss beim Klick in die Formularfelder ein sogenanntes „Label“ mit der Bezeichnung des Feldes stehen bleiben.
Darüber hinaus empfiehlt sich besonders bei komplexen Ticketing-Systemen ein Accessibility Audit durch Fachleute, um gesetzliche Konformität sicherzustellen.
Die Lösung von egocentric Systems erfüllt die Anforderungen der WCAG-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines) und wurde durch Pure Accessibility LLC geprüft – ein zertifiziertes Unternehmen aus den USA. Die Prüfung erfolgte nach dem internationalen Standard VPAT® 2.5 durch einen Experten mit CPACC-Zertifizierung der International Association of Accessibility Professionals (IAAP). So stellen wir sicher: Unsere Ticketing-Lösungen sind geprüft barrierearm.
Gestalte jetzt Deinen inklusiven Online-Ticketverkauf mit der lizensiert-barrierefreien Software von egocentric Systems. Unser Sales-Team freut sich auf einen unverbindlichen Demotermin mit Dir!
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