Monopole, Macht & Daten: Die drei Wahrheiten über den Ticketmarkt aus dem Podcast „Dirk Kreuter & Friends“

Monopole, Macht & Daten: Die drei Wahrheiten über den Ticketmarkt aus dem Podcast „Dirk Kreuter & Friends“ 517 388 egocentric Systems GmbH

„Wie behauptest du dich in einem tiefroten Markt […] wenn du David bist gegen die großen Goliaths?“. Mit dieser Frage eröffnet Vertriebsexperte Dirk Kreuter das Interview mit egocentric Systems CEO Sven Müller. Er spielt damit auf den umkämpften Markt von Ticketing-Anbietern an, der von fast schon monopolistischen Schwergewichten dominiert wird. Warum stürzt sich also ein Unternehmer in dieses Haifischbecken?

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CEO Sven Müller und Vertriebsexperte Dirk Kreuter

Der Markt ist dominiert von Nahezu-Monopolisten

Ticketing geht weit über Software hinaus – es betrifft strategische Macht über Kundenbeziehungen und Geschäftsmodelle. Große Ticketing-Konzerne sichern sich zulasten der Veranstalter über Exklusivverträge, Gebührenmodelle und den Zugang zu Kundendaten systematisch Marktmacht. Veranstalter verlieren nicht nur Marge, sondern auch die Beziehung zu ihrem eigenen Publikum und vor allem Handlungsspielraum. Wenn Daten und direkte Kundenkontakte in fremder Hand liegen, wird aus einem vermeintlich technischen Produkt ein Wettbewerbsvorteil der Portal‑Monopole. Damit können kleinere Anbieter nicht konkurrieren. Es ist also Umdenken gefragt. Perspektive ändern. Mit seinem White Label-Ansatz sieht sich Müller dennoch im Vorteil gegenüber den Big Playern:

Wir sind eher das Schnellboot, wir sind nicht der Hochseetanker wie die Großen, sondern wir können sehr schnell auf Marktanforderungen reagieren.

Ticketing ist Vertrieb und nicht nur ein Verwaltungsakt

Während die meisten Ticketing als Produkt‑ oder Softwarefrage sehen, stellt Müller im Podcast einen radikalen Perspektivwechsel vor: er nennt Ticketing eine Kernkompetenz für Veranstalter, so wie der Vertrieb eine Kernkompetenz in jedem Wirtschaftsunternehmen darstellt. Weshalb Akteure in der Branche diese so bereitwillig aus der Hand gegeben, löst bei Dirk Kreuter mit seinem Hintergrund im klassischen Handel Unverständnis aus: „Wenn jemand über die großen Marktbegleiter in deinem Markt geht, dann koppelt er sein Geschäftsmodell daran, dass er das auf gemieteten Grund macht. Weil alle Daten liegen dort – Warum machen Veranstalter das?“ Müllers langjährige Erfahrungen in der Branche zeigen, dass viele Ticketinganbieter die Stimmen nach mehr „unternehmerischer Selbstbestimmung“, wie Dirk Kreuter sie nennt, bewusst ignorieren. Er geht daher mit seinem Unternehmen bewusst andere Wege, um die Nachfrage nach mehr Hoheit über Kundendaten und Gebührenstrukturen zu bedienen.

Doch es geht nicht nur um reine Selbstbestimmung. Der Unterschied zwischen Veranstaltern und klassischen Unternehmern besteht darin, dass ein Event einmalig ist. Man kann den Vertrieb nicht auf andere Händler ausweiten, um den Markt zu erschließen. Eine Veranstaltung wächst mit ihrem Vermögen, die Teilnehmer zu begeistern und folglich ihrem Bekanntheitsgrad. Müller testete diese These aufs Exempel: Veranstaltungsmarke gegen Ticketingportal. Das Ergebnis bestätigt seine Unternehmensphilosophie bei egocentric Systems:

Wir geben Veranstaltern die Möglichkeit, mit ihrem Brand, mit ihrer Veranstaltungsmarke wieder in den Vordergrund zu rücken und nicht diese Kernkompetenz [Vertrieb] an Ticketportale abzugeben.

Wer Ticketing als Vertrieb begreift, versteht es nicht nur als Kanal zur Abwicklung von Sitzplatzbuchungen, sondern als strategischen Vertriebsknoten zur Fanbindung, Datengewinnung und Erlösoptimierung. Das hat weitreichende Konsequenzen für Veranstalter – nicht nur technisch, sondern vor allem wirtschaftlich.

Das Ticket ist der Beginn der Customer Journey, nicht ihr Ende

Was wir gesehen haben, ist: Ticketing steht still. Ticketing ist nicht modern. […] E-Commerce spielt keine Rolle. Einfache Dinge wie Tracking wenn man Performance Marketing schaltet gab es nicht. Es gab keine Verbindung zwischen all den Touchpoints, die ein Besucher bei einem Event hat.

Viele Veranstalter betrachten den Moment des Ticketkaufs als Zielpunkt – dabei beginnt dort in Wahrheit erst die Reise. Sven Müller macht im Interview deutlich, dass das Ticket kein Abschluss, sondern der erste Touchpoint einer langfristigen Kundenbeziehung ist. Wer diesen Moment strategisch nutzt, kann gezielt Daten sammeln, Kommunikation aufbauen und den Fan oder Gast aktiv in seine Eventwelt einbinden. Wie das geht? Indem Touchpoints wie Merchandising oder Food & Beverage bereits im Ticketshop als Bundles oder Prepaid-Coupon angeboten werden. Veranstalter, die Ticketing mehr als E-Commerce verstehen, profitiert dadurch nicht nur von höheren Vorabeinnahmen, sondern auch von einer besseren Planbarkeit der Nachfrage. Modernes Ticketing umfasst daher für Sven Müller und egocentric Systems neben einem innovativen E-Commerce-Ticketshop auch ein integriertes CRM, sowie passende Kassensysteme, elektronische Zutrittskontrolle inklusive Hardware und operative Vertriebsunterstützung.

Über Dirk Kreuter

Dirk Kreuter ist einer der bekanntesten Verkaufstrainer und Business‑Mentoren im deutschsprachigen Raum. Mit über 35 Jahren Erfahrung in Vertrieb, Akquise und Unternehmertum teilt er in seinem Podcast Strategien, Erfolgskonzepte und Unternehmer‑Insights für nachhaltiges Wachstum. Seine Reichweite umfasst hunderte Podcast‑Folgen, Bestseller‑Publikationen und weit über 1.300 Episoden seines Formats.

Über Sven Müller und egocentric Systems

Sven Müller ist CEO der egocentric Systems GmbH aus Dresden, die seit 2019 ein verlässlicher Ticketing-Partner in den Bereichen Kultur, Sport und Entertainment ist. Unter seiner Führung, die aus über zehn Jahren Berufserfahrung schöpft, hat sich egocentric Systems als maßgeblicher Anbieter im Bereich Ticketing‑Software etabliert und dabei Veranstaltern und Event‑Organisatoren technologische sowie strategische Kompetenzen an die Hand gegeben. Mit umfassendem Know-how im Veranstaltungswesen und der Softwareentwicklung hat das Team eine Inhouse-Ticketinglösung entwickelt, die es Veranstaltern ermöglicht, Tickets effizient und erfolgreich zu verkaufen.

Welche WoW Events nutzen bereits egocentric Systems?

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